Druckgrafiken

Von 1992 bis zum allzu frühen Tod des bekannten Schweizer Kupferdruckers Rolf Meier im Dezember 2000 erarbeitete Gutruf in dessen Atelier in Winterthur an die hundert Druckgrafiken.
Einige der hier präsentierten Stillleben sind Radierungen angereichert mit Aquatinta; manchmal werden auch zusätzlich Vernis mou und Zuckertusch-Effekte eingesetzt, wobei der Arbeitsprozess im Extremfall von bis zu 25 Zustandsdrucken illustriert wird, wie etwa beim Blatt Interieur mit Flügel.

Heribert Hutter notiert im Vorwort zum Katalog der großen Gutruf-Personale im Museo Nacional de la Estampa in Mexico City: "Aus den Druckgrafiken gewinnt er zusätzliche, subtile Form- und Ausdruckswerte, ohne jedoch seine künstlerische Auffassung zu verlassen. Ihm geht es um den Versuch einer neuen Ordnung der Dinge: Körper und Raum so darzustellen, daß ihre dritte Dimension sich in der zweiten, der Fläche, spiegelt. Das ist ein Prinzip, das seit Cézanne in der abendländischen Malerei bestimmend ist und im Kubismus seine doktrinäre Ausformulierung gefunden hat. Aus solchen Überlegungen und der Erfahrung, daß zeitliche Abläufe in der Darstellung ein und desselben Objektes zusätzliche Aspekte eröffnen, gewinnt Gutruf Bausteine für seine Kompositionen. Er baut somit auch die 4. Dimension (die Zeit) in seine Gestaltung ein, die er bewußt nach klassischen Regeln ausführt."

Kupferdruckerei Rolf Meier in Winterthur (Schweiz)
hier entstanden 1992 bis 2000 über hundert Radierungen Gutrufs