Plastiken

Monument für den Erfinder Friedrich Schächter - Bronze, Edelstahl, 165 cm, 2002

Schmuck

Der Schmuck, die Objekte und die Schmuckbilder von Gerhard Gutruf sind in konsequenter und logischer Steigerung aus seinem grafischen und malerischen Werk hervorgegangen.

Ausgangspunkte für ihre Formenwelt sind Gutrufs „Maschinenlandschaften“, ihre assoziativen, technologischen Formen, die Gutruf zum Teil auch in seine Auseinandersetzung mit der Landschaft, seine Federzeichnungen und Linolschnitte hineingetragen hat. Technologische und abstrakte landschaftliche Formen, dort auf der Fläche mit subtilem Können gestaltet, werden nun im Relief und als plastische Körper durchgeformt, der auf dem Papier oder auf der Leinwand suggestiv angedeutete Raum in haptische Konkretheit übersetzt.

Formen und Raum schillern nur noch mehr in der ihm eigenen Ambivalenz der Darstellung, da die Formen einerseits eine Interpretation der Wirklichkeit darstellen, andererseits reine Setzungen sein können, Extrakte, die der Verdeutlichung von Spannungsmomenten dienen, und der Raum in seiner aperspektivischen Irrationalität in der Verschränkung der Ebenen der Reliefs noch stärker in Erscheinung tritt. Ja, die Schichtung der Pläne legt Bedeutungen und formale Zusammenhänge bloß, die bisher leicht zu übersehen waren, Werte, die eine neue Anschaulichkeit gewinnen und denen sich ein verstärktes Wissen um Maß und Proportion, dem Spiel der Kontraste, gesellt.

Die Hinwendung zum Schmuck, zum Schmuckobjekt, entspricht einer wesentlichen Veranlagung dieses äußerst begabten jungen Künstlers: die einmal gesetzten Grenzen immer wieder zu überschreiten und zu erweitern und Schwierigkeiten aufzusuchen, um sie zu meistern und zu überwinden. So wie er kann man nur handeln, wenn man Federzeichnungen und Linolschnitte von höchster Präzision geschaffen hat und sich, wie er, in jüngster Zeit die Aufgabe gestellt hat, eine Variation auf das Vermeer-Bild „Der Maler im Atelier“ zu schaffen, die gleichzeitig eine getreue Kopie und eine völlige Neuschöpfung darstellt.

Mit diesem Schmuck, den Gutruf entweder selbst gestaltet hat oder der von der Goldschmiedin Christa Panigl nach seinen Entwürfen und Angaben hervorragend ausgeführt wurde, den Schmuckreliefs und den beweglichen und demontablen Schmuckbildern, sind ihm durchaus neue und originäre Schöpfungen gelungen. Als Einzelstück, als Ring, als Anhänger und Brosche, schöne und vor allem auch eminent tragbare Objekte, die Schmuck in wahrem Sinn darstellen und unverwechselbar persönlichen Charakter haben, kleine Kunstwerke, die sich in den Schmuckreliefs zu bildhaften Kompositionen ausbreiten und in den Schmuckbildern den Bildcharakter mit einer sinnvollen Funktion verbinden. Gewisse Tendenzen der Goldschmiedekunst haben in letzter Zeit immer wieder das Wesen des Schmuckstücks als selbständige Kleinplastik betont. Gutruf fügt es in den Schmuckbildern so in einen Zusammenhang ein, dass es, auch nicht am Körper getragen, gestaltetes und gestaltendes Element bleibt. Eine neue und durchaus künstlerische Idee, die wie alle hier ausgestellten Arbeiten das Signum schöpferischer Originalität trägt.

(Claus Pack zur Ausstellung in der Galerie am Graben, Mai 1975)


Schmuckobjekt - Nußholz, Ebenholz und Silber, Höhe 20cm, 1975

Collier und Ring - Gold auf Ebenholz, 26x26 cm

Detail

Schmuckobjekt - Nußholz, Silber, Höhe 15,5cm

Medaille mit Vermeer-Motiv - Silber

Fotocollage Gutruf vor Schmuckbild