KURZBIOGRAPHIE

Gerhard GutrufGerhard Gutruf ist ein radikaler Einzelgänger der internationalen Kunstszene, der seine Vision einer sehr persönlichen neuen Klassizität dem Mainstream aktueller, oft schriller Kunstmarkt-Tendenzen entgegensetzt. Brigitte Borchhardt- Birbaumer schrieb im Katalog zur großen Peking-Ausstellung 2000: „In vielen Ländern ist Gutruf einer der wenigen zeitgenössischen bildenden Künstler aus unserem Land, die bekannt und von Bedeutung sind.“ Gutruf entwickelt seine Bildwelten im Spannungsfeld von utopischen Ideen und der Suche nach den zentralen Motiven ausgewählter Meisterwerke europäischer Kunst. Seine kreative Methode ist jener von wissenschaftlich- strukturanalytischen Testreihen ähnlich – er arbeitet nebeneinander in unterschiedlichen Höhenlagen der Abstraktion, in vielen Techniken, an verschiedenen Themenkreisen: von der Studie vor der Natur über oft liebevoll ironische Variationen berühmter Bilder und Bauten bis hin zum bildnerischen Äquivalent raum-zeitlicher Problematiken. Seine Gemälde und Zeichnungen werden als virtuos und gleichzeitig puristisch charakterisiert.

Gerhard Gutruf, geboren 1944 in Nikitsch/Burgenland. 1966 Diplom für Malerei und Abgangspreis der Akademie der bildenden Künste in Wien; 1970/71 lebte er dank eines Stipendiums in Rom. Seither unternimmt er jährlich Studienreisen nach Italien. 1974 zeigte Gutruf seine Zeichnungen im Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste, 1976 stellte er sein Bild „Hommage à Vermeer“ in der renommierten Wiener Galerie Würthle vor. Schon 1979 widmete ihm die Österreichische Galerie Belvedere Wien eine Personale. Eine seiner zahlreichen späteren Studienreisen führte Gutruf nach Mexiko, wo der berühmte, 90-jährige Maler Rufino Tamayo eine Gutruf-Ausstellung in Mexico City anregte, die 1993 im Museo Nacional de la Estampa realisiert wurde. Nach weiteren großen Einzel-Ausstellungen u.a. in Guadalajara, Kairo, Addis Abeba, Bratislava, Pretoria, Coimbra und im Museu da Electricidade in Lissabon wurde Gutruf von Liu Xun, dem Doyen der chinesischen Malerei, eingeladen, im International Yi Yuan Museum in Peking auszustellen; die Schau wurde vom chinesischen Kulturminister Pan eröffnet. „The exhibition of Austrian painter Gutruf has fascinated Chinese painters and audience“ stellte Beijing Daily am 14. Juni 2000 fest.

Es folgten weitere Ausstellungen in der Schweiz, in Istanbul, in Tschechien, im Museo Municipal de Arte Contemporáneo in Madrid und in Kiew. 2008 präsentierte er über 130 Arbeiten im Ningbo Museum of Art in China. 2009 und 2010 zeigte er seine Werke in den Niederlanden, u.a. als erster lebender Maler im Vermeer-Centrum Delft. 2012 wurde Gutruf vom Bundeskanzleramt eingeladen, einen Überblick seiner Werke im Palais Porcia Wien zu zeigen. 2013 widmete er dem antiken Wahrzeichen Roms die Colosseo-Schau im Italienischen Kulturinstitut Wien. Danach gab es 2014 und 2015 zwei Ausstellungen in Zürich. November 2015 bis Jänner 2016 Perspektiven im Europäischen Kulturzentrum Remagen, Deutschland. Im November 2016 wurde die große Einzelausstellung Different Perspectives in der Zhejiang Saili Art Gallery, Hangzhou, China, präsentiert, anschließend zeigte er seine Werke im Shanshui Pavillon in Ningbo, China. 2018 zeigte die Burgenländische Landesgalerie in Eisenstadt seine Werke unter dem Titel Vermeer und mehr. Die Ausstellung Viaggio nel Colosseo – Magico Fascino di un Monumento war vom Dezember 2018 bis März 2019 im Museo dei Fori Imperiali in Rom zu sehen. Sie wurde im Februar 2019 zur besten Ausstellung in Rom gewählt. Im Jänner war es Andy Warhol...

Gutruf erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Förderungspreis des Wiener Kunstfonds der Zentralsparkasse, den Preis des Wiener Kunstfonds, den Theodor Körner Preis, den Berufstitel Professor, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 2002 das Schaechter Scholarship für Advanced Studies, New York, 2015 den Cavaliere dell’Ordine della Stella d’Italia und im Jänner 2019 den Cavaliere dell’Ordine di S. Silvestro Papa.